Sonnenstrahlen und der Schutz

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Sonnenschein wirkt essentiell positiv auf das menschliche Wohlbefinden - selbst Vögel zwitschern an einem Regentag, sobald die Strahlen durch die Schicht der Wolken stoßen (und wir nehmen an: sie tun es aus Begeisterung). In Finnland, Norwegen und ähnlich gelegenen Regionen wird beständig an Methoden und Technologien geforscht, um die deprimierenden Auswirkungen eines mehr oder weniger komplett im Erdschatten verbrachten Lebens erträglich zu machen. Selbst das piemontesische Bergdorf Viganella wird seit kurzem durch auf dortigen Berggipfeln montierte Spiegel beleuchtet, da hier ansonsten (und in der langen Geschichte dieser Talsiedlung) ein Winter ohne jegliche Lichtblicke ein gutes Viertel jeden Jahres währte.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts galt es allerdings als unüblich, den unbekleideten Körper dem Sonnenlicht auszusetzen. Gebräunt erschienen allenfalls die unteren Schichten und somit all diejenigen, die ihre Arbeit im sogenannten Schweiße ihres Angesichts zu verrichten hatten: Bauarbeiter, Fuhrkutscher, Landwirte und dergleichen. Die Ferienaufenthalte in Combray an der französischen Atlantikküste werden von Marcel Proust in seiner Suche nach der Verlorenen Zeit auch dementsprechend hochgeschlossen beschrieben. Und "Brausepulver", das Strandkapitel aus der Blechtrommel von Günter Grass spielt sich wesentlich im schattigen Gehäuse einer Umkleidekabine ab.

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Daß die Ultraviolette Strahlung des Sonnenlichtes nicht nur bräunt, sondern auch Hautkrebs hervorrufen kann, ist eine Erkenntnis der Neuzeit und in den Jahrzehnten zuvor wurde dem Sonnenbaden und Tangahosen und Bikinitragen gefrönt, was der Sonnenschein so hergab - gebräunte Haut galt in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren als unverzichtbar und geriet zum Statussymbol.

Physikalisch betrachtet besteht das Licht der Sonnen aus unsichtbarer Strahlung, dem Ultravioletten Spektrum; aus infraroter Strahlung, die wärmt, und aus dem sichtbaren Licht, das dem menschlichen Auge die Gegenstände der Umgebung als unterschiedlich gefärbt erscheinen läßt. Übertreibt man es mit dem ungeschützten Aufenthalt an der Sonne, erweist sich das sichtbare Licht als harmlos, die infrarote Strahlung bringt einen allenfalls zum exzessiven Schwitzen und besorgt nach ultralangem Brutzeln den sogenannten Sonnenstich für das Gehirn, aber viel früher bereits sorgt die unsichtbare Ultraviolette Strahlung (UV) für jene schmerzhafte Verletzung namens Sonnenbrand, die gemeinerweise dann erst spürbar wird, wenn es bereits zu spät ist: Ohje, du bist schon ganz rot!

Ab wann sich die Haut rötet, sich jemand unter dem Einfluß Ultravioletter Strahlung erste Verbrennungen zugezogen hat, ist von der Intensität der Strahlung abhängig, entscheidend wirkt sich zudem der jeweilige Hauttyp aus. Personen mit blondem Haar und heller Haut halten es weniger lange aus als Dunkelhaarige; gefährdet sind vor allem weißblonde Personen und die überwiegende Zahl derjenigen mit rotem oder rötlichem Haar. Im unter Filmfreunden vor allem für die Michael Ballhaus-Kamerakreisfahrt gerühmten Eheschocker "Martha" von Rainer Werner Fassbinder verkörpert Karl Heinz Böhm einen Sadisten, der seine rothaarige Frau (Margit Carstensen) zum ausgiebigen Nickerchen in der Mittagssonne zwingt, woraufhin sie ein Martyrium als gebrühter Hummer in Menschengestalt zu durchleiden hat.

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Besucher durchgehend sonnenbestrahlter Regionen nehmen mitunter erstaunt zur Kenntnis, daß sich die Einwohner dort trotz genetisch vorgebräunter Haut besonders sorgfältig vor der Sonne beschützen: Auf dem afrikanischen Kontinent wird die Haut durch Bestreichen mit ranziger Butter vor dem Austrocknen bewahrt, Sonnenschirme und Schattenplätze sind überall dort begehrt, wo die Sonne alltäglich vom Himmel knallt - offenbar schützt auch eine wie auch immer vorgebräunte Haut nicht vor den Schäden durch das Ultraviolette Licht.

In den westlichen Industrienationen werden am Ende der dreißiger Jahre nahezu zeitgleich in Österreich und Nordamerika die Vorläufer heutiger Sonnencremes erfunden. Die österreichische Creme erfindet ein Chemiker, nachdem ihn ein Ausflug auf einen Gletscherrücken mit schmerzhaften Verbrennungen heim ins Tal kehren läßt. In Amerika erfindet ein Kampfpilot eine rote Paste aus Petroleum, die den Großteil der schädlichen Höhenstrahlung abzuwehren hilft. Beide Sonnenschutzmittel werden in den künftigen Jahren verfeinert und befördern den Trend, sich beim Skifahren, Bergwandern und am Strand unbekleidet dem Sonnenschein auszusetzen.

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Aus der Erfindung des Österreichers entsteht die Marke Piz Buin, benannt nach einem Berg an der Grenze zum schweizerischen Kanton Graubünden. Piz Buin führt auch als erster Hersteller weltweit eine Kennzeichnung sogenannter Lichtschutzfaktoren ein: Als Mittelwert für ungeschütztes Sonnenbaden bis zu ersten Verbrennungen werden 15 Minuten angenommen - multipiziert mit dem Lichtschutzfaktor ergibt sich die Zeitspanne, die eine mit Sonnenschutzmittel bestrichene Person unter UV-Bestrahlung verweilen darf. Da auch im Schatten noch bis zu 50 % der Ultravioletten Strahlen nachweisbar bleiben, ja selbst unter der Wasseroberfläche erst ab einer Tiefe von 40 Zentimetern keine Gefahr mehr für einen Sonnenbrand besteht, ist eine Anwendung von Sonnencreme bei jeglicher Aktivität im Freien anzuraten.

In den tiefer gelegenen Schichten der ungeschützten Haut wird bei UV-Einwirkung durch die Melanozyten das verdunkelnd wirkende Pigment Melanin synthetisiert. Eine spontane Bräunung der Haut signalisiert also bereits eine drohende Schädigung der Zellkerne tiefergelegener Hautschichten. Hält die Sonnenbestrahlung an, lagern die Keratinozyten Melanin ein - ein körpereigener Mechanismus, der mit den selbstverdunkelnden Brillengläsern vergleichbar ist. Die bestrahlte Person erscheint dann zunehmend tief gebräunt. Was aber keinesfalls bedeutet, daß eine gebräunte Person von da an gegen die UV-Belastung immun geworden ist. Wird die Haut weiterhin schutzlos der Ultravioletten Strahlung ausgesetzt, kann es zu einer nachhaltigen Schädigung der in den Hautzellen eingelagerten DNA kommen - dann entsteht sogenannter Hautkrebs, erkenntlich am Malignen Melanom. Zudem ist ein Zuviel an Sonne - vom Solarium ganz zu schweigen! - hauptverantwortlich für die auffälligsten Alterungserscheinungen der Haut. Jeder Sonnenbrand schädigt durch Entzündungen und Zellkernbeschädigungen das Gewebe, ruft Bindegewebsschächungen und vermehrte Faltenbildung hervor.

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Wer also vorhat, sich länger als 15 Minuten am Tag an der Sonne aufzuhalten, sollte die unbekleideten Partien mit einem Sonnenschutzmittel behandeln. Abgesehen vom Lichtschutzfaktor, der lieber zu hoch als zu niedrig gewählt werden sollte, gilt es vor allem auf die Technologie des UV-Schildes zu achten: Mechanische Schutzfilter bestehen aus häufig aus Metalloxyden oder Mineralien, beziehungsweise Farbpigmenten, die das Eindringen der UV-Strahlen unter die Schutzschicht über einen gewissen Zeitraum blockieren können. Der Vorteil dieser Technologie besteht im minimierten Risiko allergischer Reaktionen. chemische.jpg

Problematisch erscheinen an dieser Technologie die in den Produkten enthaltenen Nanopartikel, die vom Organismus aufgenommen werden und längerfristig zur Vergiftung führen könnten - genaueres ist bis dato leider noch nicht erforscht. Chemische Schutzfilter benötigen eine vom Hersteller angegebene Phase zwischen dem Auftragen und dem Zeitpunkt, an dem sie ihre schützende Wirkung auf der Haut entfalten, dann aber bieten chemische Sonnenschutzprodukte einen langfristigen und stabilen Schirm vor den hautschädigenden Wirkungen Ultravioletter Strahlen. Problematisch an dieser Technologie erscheinen die chemischen Wirkstoffe, die im Verdacht stehen, den Hormonkreislauf zu beeinflussen. Zudem belasten die abgewaschenen Rückstände dieser Produkte das Trinkwasser, finden sich bald im Fleisch von Speisefischen wieder und in menschlicher Muttermilch. Dennoch handelt es sich bei diesen potentiellen Gefahren durch geringfügige Belastungen von Umwelt und Organismus mit Rückständen um ein vergleichsweise lässliches Risiko hinsichtlich der vermeidbaren Schädigung durch die unsichtbaren Strahlen des Ultravioletten Spektrums im Sonnenlicht.

Die von MDC Cosmetic empfohlenen Sonnenschutzprodukte enthalten übrigens sämtliche und ausschließlich mineralische Filter.

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